Lutz Rathenow

[geboren in Jena, lebt in Ost-Berlin, ab 1980 veröffentlichte er nur im Westen Bücher]

Auf die Frage, wie er Freya Klier einschätzen würde, antwortete Herr Rathenow, dass er sie sympathisch findet. Es sei "belebend" mit ihr zu diskutieren, obwohl viele Leute sie als "streitfreudig" bezeichnen. Dem stimmt er zu, jedoch wendet er ein, dass viele Menschen ihre "differenzierten Töne" überlesen. Dadurch gerät sie in das Klischee der Bürgerrechtlerin. Doch er findet, dass sie als Schriftstellerin und Regisseurin auch eine Streitverpflichtung hat. Er lobte ihre Auseinandersetzung mit der jüngeren Generation und seiner Meinung nach versteckt sie sich nicht hinter ihren Schriften, sondern sucht den Kontakt mit Leuten. Freya Klier hat für ihn etwas "lehrhaftes im positiven Sinne". Ihre Arbeit findet er auch heute noch sehr wichtig.
Als nächstes befragten wir Lutz Rathenow wie er ihre Bedeutung für das geistige Leben in der DDR einschätzt. Diese ist seiner Meinung nach sehr groß, da sie zum einen versuchte, eine "unabhängige Theaterkultur" zu schaffen. Des weiteren hat sie wichtige Versuche unternommen, "die Gesellschaft nicht auseinanderlaufen zu lassen", d.h. keine Trennung von Intellektuellen und Normalbürgern und die Kultur als gemeinsame Verbindung zu schaffen.

Ulrich Plenzdorf

Der Autor Ulrich Plenzdorf schätzt Freya Klier als eine sehr zähe, willensstarke und kämpferische Frau ein. 1983 arbeitete er mit ihr zusammen, sie inszenierte sein Stück „Legende vom Glück ohne Ende“. Für ihn hatte das Werk vor allem durch die geschickte Wahl des Aufführungsortes Erfolg. Die Inszenierung erfolgte in Schwedt, einer Kleinstadt „weit ab vom Schuss“. Das dortige Theater entzog sich weitgehend der Kontrolle des Staates, Funktionäre waren hier leichter zu beeinflussen und zu „manipulieren“.Weiterhin fühlte sich Ulrich Plenzdorf besonders durch den Widerstand gegen das DDR-Regime mit Freya Klier verbunden und unterstützte sie in ihrem Kampf.


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